Gemeindehaus als Teststrecke

Den Umgang mit Rollatoren übte Teamleiterin Birgit Vrabac (rechts) mit den Gästen des Seniorennachmittags

Eine Fahrzeugmesse der etwas anderen Art fand kürzlich beim Ökumenischen Seniorennachmittag im Evangelischen Gemeindehaus Hoheneck statt. Dort waren nicht etwa chromblitzende PS-Boliden zu bestaunen, sondern standen aufgereiht besondere Fortbewegungsmittel auf ihren vier Rädern. Deren Nutzen richtet sich weniger nach der Geschwindigkeit des Vorwärtskommens als vielmehr zur Ermöglichung desselben.

„Nicht jeder auf dem Markt erhältliche Rollator ist für alle Zwecke geeignet“, sagte der Medizinprodukteberater Detlef Kusch von der Firma Gross in Ludwigsburg. Sein Sanitätshaus stellte die Rollatorenauswahl zur Verfügung. Rollator ist nicht gleich Rollator. Die Zuhörer staunten, welche Unterschiede die fast ähnlich aussehenden Gehhilfen aufweisen. Muss er faltbar sein? Taugt er für außen gleichermaßen wie für innen? Luftbereifung oder Gummiräder? Mit oder ohne Kipphilfe? Schließlich ist der Rollator nicht nur ein erweiterter Gehstock.

Der Rollator ist Fitnesstrainer, Sitzbank und Einkaufshilfe zugleich. Die Leiterin des Pflegeteams Hoheneck, Birgit Vrabac, ermunterte zum ausgiebigen Testen. Denn nicht jeder Rollator passe zu seinem Nutzer. „Probieren Sie aus, wie gut Ihnen die Handhabung zusagt und ob der Kraftaufwand beim Führen für Sie der richtige ist“, forderte sie die Gäste auf, die anfangs zögernd, dann aber mit zunehmendem Gefallen ihre Runden drehte. Der Saal des Evangelischen Gemeindehauses wurde zur Teststrecke umfunktioniert. Kurven, Bremsen und Kippen wurden ausführlich geübt, bevor man sich Kaffee und Kuchen redlich verdiente. Birgit Vrabac und ihre Stellvertreterin Christine Hackenberg wollen in den kommenden Monaten nochmals zum Seniorennachmittag kommen. Dann um Alltagshilfen wie Flaschenöffner oder Aufstehhilfen vorzustellen.

März 2020/sch