Seelenliebe und Lebensfreude

Dem Seminarraum in der Karlstr. 24/1 gedeiht jeden Monat eine bemerkenswerte Verwandlung an. Die nüchterne Klassenzimmeratmosphäre weicht sich binnen kurzer Zeit einer heimelig nette Bistrostimmung. Fensterbänke und Lampen sind nicht mehr blank, sondern von herbstlichem Schmuck umgarnt. Die Tische sind reich verziert mit Blättern, Kastanien und allerlei Kleinoden aus Wäldern und Wiesen. Fröhlicher Lärm und schmissige Lieder hallen hinaus in die Flure. Der Kenner weiss: Jetzt sind wieder die fidelen Senioren im Haus.

Es könnte ein Kaffeekränzchen sein. Ist es aber nicht. Es ist das so genannte Kontaktstüble mit dem geheimnisvollen Namen „Seelenliebe“. Initiiert wurde die Gruppe, bestehend aus Patienten der Diakonie – und Sozialstation Ludwigsburg, von den Altenpflegerinnen Rita Tittes und Sanyiat Magamedova. Seit gut einem Jahr sind die Damen und vereinzelt Herren zusammen. Was mit vier Interessentinnen begann, entwickelte sich rasant. Inzwischen umfasst die Gruppe fast 20 Teilnehmer. Grund genug, die Idee des Kontaktstüble weiter zu tragen. Gemeinsam mit Verwaltungsleiterin Angelika Herrmann stellte Frau Tittes die Idee der Stadtkirchengemeinde vor. Dort gibt es nun seit Oktober ein weiteres Angebot. Mit Unterstützung von Ehrenamtlichen startete die Gruppe „Lebensfreude“.

Beiden Angeboten ist gleich, dass die Teilnehmer zwar Patienten sind, dennoch das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Begegnung haben. „Wir möchten mit weiteren Kirchengemeinden kooperieren“, hofft Angelika Herrmann, dass die Idee Kreise zieht. Sie wirbt auch innerhalb der Pflegeteams um Interessenten. „Das Mitwirken von Pflegefachkräften ist Voraussetzung, um die höhere Betreuungsintensität und die Versorgungssicherheit zu gewähren“, so Herrmann. Für die Teilnehmer ist jedes Treffen ein Highlight. „Die Patienten danken uns bei den Hausbesuchen noch tagelang für die schönen Stunden“, weiss Rita Tittes zu berichten.

November 2018