Nach Moped und blauer Flottille kommt der Helikopter

Veröffentlicht am 04.08.2006
in Redaktioneller Eintrag

Veröffentlicht am 04.08.2006


Nach Moped und blauer Flottille kommt der Helikopter


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Ein „runder“ Geburtstag stand nicht im Kalender, dennoch waren sich Gäste und Gastgeber einig: Es war höchste Zeit, den Evangelischen Krankenpflegeverein Ludwigsburg gebührend zu feiern.
Fast 250 Gäste nahmen am Jubiläumsnachmittag zum 130-jährigen Bestehen des Vereins am 23. Juni 2006 im Evangelischen Gemeindehaus Gartenstraße teil, darunter Ludwigsburgs Bürgermeister Hans Schmid und der Vorsteher des Olgamutterhauses, Rudolf Mahler, die in ihren Grußworten die Bedeutung der langen Geschichte des Ev. Krankenpflegevereins für die Stadt Ludwigsburg würdigten.
Mit besonders herzlichem Beifall wurde Schwester Rosemarie Sigloch begrüßt, die von 1956 bis Eintritt ihres Ruhestands 1994 als Gemeindeschwester in der Gartenstraße tätig war.

Sie stand stellvertretend für viele Olgaschwestern, die während der seit dem Jahr 1876 andauernden Vereinstätigkeit die Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger versorgten. 218 Schwestern sind in dem von Rosemarie Sigloch geführten Verzeichnis aufgeführt, die in der Gartenstraße Dienst- und Wohnsitz hatten. Einige davon waren wenige Wochen vor Ort, andere fast ihr gesamtes Arbeitsleben, wie die Schwestern Lina Söll und Marie Keck, die bis zum altersbedingten Ausscheiden 1978 fast 40 Jahre in Ludwigsburg zubrachten.

Geschäftsführer Siegfried Schmid und Verwaltungsleiter Thomas Schickle ließen in einem geschichtlichen Rückblick manche Erinnerung aufleben. Auf der Großbildleinwand präsentierten sie unter anderem Fotos der Quickly-Mopeds aus den 50-er Jahren, mit denen seinerzeit die Dienstfahrräder ersetzt wurden. 1962 ging die Ära der Zweiräder vollends zu Ende, als zwei VW Käfer und zwei NSU Prinz als „blaue Flottille“ der Olgaschwestern Berühmtheit erlangten. Von der Ära der Olgaschwestern profitiert die Einrichtung bis zum heutigen Tag.
Immer wieder erzählen Patienten von der liebevollen Pflege der Olgaschwestern für die eigenen Eltern oder Großeltern. Was 1876 mit der aus Rielingshausen stammenden Karoline Wildermuth begann, hat inzwischen zwar eine andere Organisationsform, der Auftrag ist der gleiche geblieben.

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Einen Blick in die Zukunft wagte das Pflegeteam Stadtmitte mit einem humorvollen Szenenspiel. Unter dem Diktat der Zeiteinsparung verzichtet die Schwester künftig auf das Fahrzeug und kommt mit dem Hubschrauber direkt an das Fenster des Patienten. Das Team Stadtmitte engagierte sich an dem Festnachmittag auch musikalisch mit einem Chorvortrag. Den musikalischen Hauptpart hatten Kirchenmusikdirektor Gerhard Hess, der Oboist Andreas Vogel und Ulrich Hermann am Fagott. Dekan Hans-Frieder Rabus knüpfte in einem geistlichen Impuls an die helfenden Hände der Schwestern an.
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